Wenn der Duschstrahl ungleichmäßig wird, seitlich spritzt oder spürbar Druck verliert, steckt häufig Kalk in der Brause. Mit ein paar Handgriffen lässt sich die Ursache meist selbst beheben – wichtig ist aber, frühzeitig zu reagieren, um Dichtungen, Gewinde und die Armatur nicht unnötig zu belasten. In diesem Beitrag finden Sie Warnzeichen, eine praktische Inspektions-Checkliste sowie einen Wartungsrhythmus, der zu hartem Wasser passt.

Kalk entsteht dort, wo warmes Wasser verdunstet und Mineralien zurückbleiben. Besonders betroffen sind feine Düsen, Siebeinsätze und Durchflussbegrenzer. Das Problem ist nicht nur „optisch“: Ein zugesetzter Brausekopf erhöht den Gegendruck, kann Geräusche verursachen und auf Dauer Dichtungen sowie die Mischbatterie stärker beanspruchen. Wer regelmäßig prüft und schonend entkalkt, verlängert die Lebensdauer der Badarmaturen deutlich – und schafft gute Voraussetzungen, falls Sie später eine professionelle Sanitärwartung oder einen Armaturen-Service beauftragen möchten.

Frühe Warnzeichen

  • Der Duschstrahl wirkt „löchrig“ oder spritzt seitlich aus einzelnen Düsen.
  • Spürbar weniger Wassermenge trotz unveränderter Stellung am Einhebelmischer.
  • Ungewöhnliche Pfeif- oder Rauschgeräusche während des Duschens.
  • Temperaturschwankungen: warm/kalt wechselt schneller als sonst (Durchfluss ist instabil).
  • Weiße Krusten oder matte Stellen an Düsen, Rand oder Anschlussmutter.
  • Die Handbrause „ruckelt“ beim Umschalten von Strahlarten oder lässt sich schwer drehen.
  • Nach dem Abstellen tropft die Brause länger nach, weil Ablagerungen Dichtflächen stören.

Tipp: Bevor Sie entkalken, prüfen Sie kurz, ob der Druck auch an anderen Entnahmestellen nachlässt. Wenn Küche und Waschbecken normal laufen, liegt die Ursache sehr wahrscheinlich direkt an Brause, Schlauch oder Siebeinsatz. Bei generellen Druckproblemen kann ein verstopfter Hausfilter, ein verkalktes Eckventil oder ein Problem am Druckminderer dahinterstecken – hier lohnt sich eine fachgerechte Leitungs- und Filterprüfung.

Inspektions-Checkliste

Mit dieser Liste können Sie die häufigsten Ursachen systematisch eingrenzen. Arbeiten Sie in Ruhe und vermeiden Sie Metallwerkzeuge direkt auf Chrom oder Beschichtungen (lieber ein Tuch dazwischen).

  1. Außencheck: Sind an Düsen und Kanten sichtbare Ablagerungen, matte Flecken oder Grünspan zu erkennen?
  2. Gummidüsen abreiben: Lassen sich Beläge durch kräftiges Reiben mit den Fingern (oder einer weichen Bürste) lösen?
  3. Handbrause abschrauben: Sitzt die Überwurfmutter fest, oder gibt es Spiel am Gewinde?
  4. Dichtung kontrollieren: Ist die Flachdichtung spröde, gequetscht oder rissig (häufige Ursache für Nebenluft und Tropfen)?
  5. Sieb/Filtereinsatz prüfen: Befindet sich im Anschluss ein Sieb, und ist es mit Sand/Partikeln zugesetzt?
  6. Durchflussbegrenzer anschauen: Falls vorhanden: ist er verkalkt oder teilweise blockiert?
  7. Brauseschlauch testen: Knicke, Quetschstellen oder eine schwergängige Drehkonus-Verbindung können den Durchfluss reduzieren.
  8. Strahlarten-Umschalter: Lässt er sich sauber schalten, oder hakt er (Beläge im Mechanismus)?
  9. Geruch/Verfärbung: Schwarz-braune Partikel im Wasser können auf alte Dichtungen, Korrosion oder Schmutz aus der Leitung hinweisen.
  10. Vergleichsmessung: Füllen Sie testweise einen 10‑Liter-Eimer und stoppen Sie die Zeit (vor/nach der Maßnahme) – so sehen Sie objektiv den Effekt.

Für das Entkalken selbst eignen sich in vielen Fällen Zitronensäure oder milde Essiglösungen. Wichtig: Achten Sie auf Herstellerhinweise, denn manche Oberflächen (z. B. bestimmte Beschichtungen oder Naturstein im Duschbereich) reagieren empfindlich auf Säuren. Legen Sie die Brause – wenn möglich – in eine Schüssel, statt aggressive Reiniger „von außen“ aufzutragen. Nach dem Einweichen gründlich spülen, kurz durchlaufen lassen und Düsen mit einer weichen Bürste nacharbeiten. Wenn Sie die Brause nicht demontieren möchten, kann ein Beutel mit Lösung am Kopf befestigt werden; kontrollieren Sie dabei die Einwirkzeit, um Dichtungen zu schonen.

Wartungsrhythmus

Wie oft Sie aktiv werden sollten, hängt vor allem von der Wasserhärte, der Duschhäufigkeit und der Temperatur ab. Wenn Sie die Wasserhärte nicht kennen, können Sie sie beim Versorger nachsehen oder mit einem Teststreifen bestimmen – das ist auch eine gute Grundlage für Beratung zu Kalkschutz oder einer Enthärtungsanlage.

  • Monatlich

    • Gummidüsen abreiben und die Brause außen abspülen.
    • Überwurfmutter und Schlauch auf festen Sitz sowie Knicke prüfen.
    • Kurzer Eimer-Test: Fällt die Füllzeit deutlich ab, frühzeitig handeln.
  • Vierteljährlich

    • Brause abschrauben, Dichtung und Siebeinsatz kontrollieren und ausspülen.
    • Schonendes Entkalkungsbad (kurze Einwirkzeit, danach gründlich spülen).
    • Strahlarten-Umschalter bewegen und bei Schwergängigkeit reinigen.
  • Jährlich

    • Flachdichtung vorsorglich erneuern (kostet wenig, verhindert viele Leckagen).
    • Brauseschlauch auf innere Ablagerungen und Materialermüdung prüfen; bei Bedarf tauschen.
    • Bei generell nachlassendem Druck: Hausfilter/Perlatoren im Haushalt prüfen lassen (im Rahmen einer Sanitär-Inspektion).

Austausch vs. Reparatur

Nicht jede Brause muss sofort ersetzt werden. Oft reicht eine Reinigung plus kleine Ersatzteile. Manchmal ist ein Austausch jedoch wirtschaftlicher – besonders, wenn neben Kalk auch Materialverschleiß oder Defekte vorliegen.

Reparatur lohnt sich, wenn …

  • nur die Düsen zugesetzt sind – ein Entkalkungsbad und Ausbürsten stellt den Durchfluss meist wieder her.
  • Dichtung oder Sieb das Problem sind – günstige Teile, schnell gewechselt, große Wirkung.
  • die Oberfläche intakt ist – keine Risse, keine Abplatzungen, keine starke Korrosion am Anschluss.
  • die Strahlarten sauber umschalten – Mechanik funktioniert, lediglich Ablagerungen stören.
  • Sie die Ursache im Griff haben – z. B. Wartungsrhythmus angepasst oder Kalkschutzmaßnahmen geplant.

Austausch ist sinnvoll, wenn …

  • Risse oder Undichtigkeiten am Gehäuse auftreten – hier ist die Betriebssicherheit eingeschränkt, Reparaturen sind selten dauerhaft.
  • das Gewinde beschädigt ist – ein „schiefes“ Gewinde führt schnell zu Tropfen und Folgeschäden am Anschluss.
  • die Kalkkrusten tief sitzen und wiederholt nach kurzer Zeit zu Verstopfungen führen – oft sind innere Kanäle stark belegt.
  • der Umschalter defekt bleibt – wenn nach Reinigung weiterhin nur ein Strahlbild möglich ist.
  • Hygiene und Komfort wichtig sind – moderne Modelle sind leichter zu pflegen, teils mit Anti-Kalk-Düsen und besserer Durchflussführung.

Wenn Sie trotz Reinigung weiterhin schwankende Temperaturen, sehr geringen Durchfluss oder Geräusche in der Leitung feststellen, kann die Ursache auch vor der Brause liegen (Kartusche, Rückflussverhinderer, Filter, Druckminderer). Spätestens dann empfiehlt sich ein kurzer Check durch einen Sanitärbetrieb – idealerweise als planbare Wartung statt als Notfall-Einsatz. So lassen sich Komfortprobleme im Bad oft schnell klären und größere Schäden vermeiden.